Kurzbericht „Kultureinrichtungen und Klima“ veröffentlicht
Das IKTf hat seinen 13. kurz&knapp-Bericht veröffentlicht. Unter dem Titel „Wie kommt das Publikum in die Kultureinrichtung – und zu welchem Preis fürs Klima?“ beleuchtet er den CO₂-Fußabdruck von Kulturbesuchenden auf Basis von Daten aus dem KulturMonitoring (KulMon). Untersucht werden die Mobilitätsmuster verschiedener Besuchsgruppen sowie Unterschiede zwischen den Sparten – und die Potenziale, die sich daraus für eine klimafreundlichere Publikumsmobilität ergeben. Zentrale Erkenntnisse sind:
- Die Anreise des Publikums ist der größte Hebel für eine klimafreundlichere Kultur. Belastbare Mobilitätsdaten fehlten jedoch bislang häufig – seit 2025 ermöglichen die Daten aus den KulMon-Befragungen des IKTf diese Lücke zu schließen.
- Berlin hat eine starke Basis für nachhaltige Publikumsmobilität: Vier von fünf Berliner*innen reisen klimafreundlich zu Kulturveranstaltungen an. Der größte lokale Hebel liegt beim Pkw-Anteil von rund 17 % der innerstädtischen Besuchenden.
- Beim inländischen Tourismus ist die Bahn das wichtigste Verkehrsmittel – dennoch reist gut ein Drittel der Gäste aus dem Inland mit dem Auto an. Da viele eigens für den Kulturbesuch nach Berlin kommen, entstehen diese Emissionen zusätzlich.
- Die Sparten unterscheiden sich zum Teil deutlich: Museen und Gedenkstätten verzeichnen einen hohen Anteil internationaler Besuche, über 60 % der Gäste aus dem Ausland reisen per Flugzeug an. Theater und Tanz weisen mit 26 % den niedrigsten touristischen Anteil und den geringsten durchschnittlichen CO₂-Ausstoß je Besuch auf.
- Veranstaltungen Klassischer Musik (darunter auch Oper) stehen vor einer doppelten Herausforderung: Auch hier reisen über 60 % des internationalen Publikums per Flugzeug an; zugleich kommt rund ein Viertel der Berliner*innen mit dem Auto oder Taxi – der höchste Wert im Spartenvergleich.
- Viele Berliner*innen sind grundsätzlich offen für mehr Klimaschutz und befürworten Kombi-Tickets mit dem ÖPNV. Das bietet dem Kulturbereich einen guten Ansatzpunkt, um klimafreundliche Mobilität gezielt zu fördern.