Leitfäden: Barriereabbau bei Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit
Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können im Moment (noch) nicht von der Kulturellen Bildung in Berlin profitieren. Nach wie vor gibt es Hürden, die junge Menschen daran hindern, an künstlerischen Projekten teilzunehmen. Dasselbe trifft auf Projekte der Urbanen Praxis zu, in denen öffentlich zugängliche Räume gemeinsam transformiert werden sollen. Aktuell können jedoch nicht alle Menschen diese kollektiven künstlerischen Aushandlungsprozessen mitgestalten.
Auch viele, die Projekte selbst organisieren wollen, haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Fördergeldern, Räumen oder Fortbildungsmöglichkeiten. Barrieren können zum Beispiel sein: Es gibt keine Verdolmetschung zwischen Deutsch und Deutscher Gebärdensprache. Ein Vortrag ist in akademischer Sprache formuliert. Blinde und sehbehinderte junge Menschen verpassen die Werbung für einen Workshop, weil es für den Post auf Instagram keine Bildbeschreibung gibt.
Viele Akteur*innen wollen erfahren, wie Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen selbstbestimmt an ihren Angeboten teilnehmen und ihre Sichtweisen einbringen können. Wir haben in Kooperation mit Diversity Arts Culture mehrere Leitfäden mit Tipps erstellt, wie ihr Zugangsbarrieren in euren Angeboten abbauen könnt.
Natürlich geben Leitfäden nicht die Antwort auf alle Fragen. Sie ersetzen nicht die eigene Auseinandersetzung mit diskriminierenden Strukturen. Außerdem müssen sie an die jeweils individuellen Institutionen, Vereine, Orte etc. angepasst werden. Aber sie können helfen, erste Schritte beim Abbau von Barrieren anzustoßen.
Veranstaltungen mit Deutscher Gebärdensprache (DGS)
Was muss ich beachten, wenn ich Deutsche Gebärdensprache in meine Veranstaltungen einbinden will? Der Leitfaden Veranstaltungen mit Deutscher Gebärdensprache gibt wichtige Hinweise für jede Phase eurer Veranstaltung – vom Konzept über die Vorbereitung bis zur Durchführung. Er soll euch dabei unterstützen, Taubes Publikum gezielt zu erreichen. Am allerwichtigsten: Verdolmetschung von deutscher Lautsprache in DGS ist gut, aber Selbstrepräsentation Tauber Akteur*innen ist besser!
DGS…was?
Ihr plant konkret eine Veranstaltung, bei der zwischen Deutscher Gebärdensprache und Deutsch verdolmetscht wird. Aber die Gäste eurer Podiumsdiskussion oder die Referent*innen der Vorträge haben sich bisher noch nie damit beschäftigt? Unser Leitfaden DGS…was? bereitet eure hörenden Gäste darauf vor, zu einer gelungenen Verdolmetschung und somit einem wirklich gleichen Zugang für Taubes und hörendes Publikum beizutragen.
Selbst- und Bildbeschreibungen
In der Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen ist die Beschreibung visueller Informationen sehr wichtig. Selbstbeschreibungen helfen blinden oder sehbehinderten Menschen, eine Vorstellung von Personen zu entwickeln und sich leichter an sie zu erinnern. Bildbeschreibungen bei Präsentationen unterstützen dabei, dem Vortrag zu folgen und keine Informationen zu verpassen. Der Leitfaden Selbst- und Bildbeschreibungen zeigt euch, wie’s geht.
Leitfaden Sprache vereinfachen
Kennt ihr das? Ihr sitzt bei einer Veranstaltung oder lest ein Formular und fragt euch: Um was geht’s jetzt eigentlich? Oft wird im Kunst- und Kulturbereich sehr komplizierte Sprache benutzt. Das ist nicht nur bei komplexen Themen so. Auch „einfache“ Ideen werden oft in akademischer Sprache verpackt. Unser Leitfaden Sprache vereinfachen gibt einige Tipps, wie ihr eure eigenen Inhalte verständlicher und lebendiger machen könnt.